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Eppelheim trauert um Ehrenbürger Hans Stephan

Ehrenbürger Hans Stephan (Foto: Geschwill Presseservice)

Eppelheim trauert um Ehrenbürger Hans Stephan. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes verstarb am 22. November, wenige Tage vor seinem 88. Geburtstag, im Kreis seiner Familie. Mit ihm verliert die Stadt einen großen Kämpfer für das Soziale und Gerechte, einen vielfältig engagierten Menschen und einen profunden Kenner der Eppelheimer Ortsgeschichte. Hans Stephan hat Eppelheim in verschiedenen Bereichen stark geprägt und die Entwicklung der Gemeinde zur Stadt maßgeblich mitbestimmt. Die Lücke, die er in Politik, Sport und Gesellschaft hinterlässt, ist groß. Ein Platz in den Geschichtsbüchern dieser Stadt ist ihm aufgrund seines Wirkens und seiner vielfältigen Verdienste sicher.

Von allen „Hans“ genannt, erblickte Johann Georg Stephan am 29. November 1932 auf dem Pfisterer-Hof, dem bäuerlichen Anwesen seiner Eltern in der Hauptstraße, das Licht der Welt. Statt Landwirt zu werden und als Erstgeborener den Hof zu übernehmen, machte er lieber sein Abitur am Kurfürst Friedrich Gymnasium in Heidelberg und eine Ausbildung zum Lehrer an der Pädagogischen Hochschule. 1955 trat Hans Stephan als Volksschullehrer in den Schuldienst. 1956 heiratete er seine Frau Ingrid. Alle Herausforderungen des Lebens meisterten sie fortan gemeinsam. Als Lehrer hatte Hans Stephan mehrere berufliche Stationen. Daher wurden die beiden Söhne Joachim und Frank auch in Grötzingen bei Karlsruhe geboren. Erst 1965 zog die Familie wieder nach Eppelheim und wohnte seither in der Hauptstraße 69, mitten im Herzen der Stadt. Zunächst unterrichtete der Familienvater als Lehrer in Schwetzingen. 1971 wurde er an die Friedrich-Ebert-Grund- und Hauptschule nach Eppelheim versetzt. Hier übernahm er bald die Rektorenstelle und prägte die Entwicklung der Schule bis zu seinem Ruhestand 1996 nachhaltig.

Viele Schülergenerationen begleitete er in einer wichtigen Lebensphase auf ihrem Weg ins Berufsleben und vermittelte ihnen wichtige Werte. Außerhalb der Schule war der Sympathieträger vielfältig in verschiedenen Bereichen engagiert. Seine politische Heimat war seit 1960 die SPD. Nahezu drei Jahrzehnte war der aufrechte Sozialdemokrat im Kreistag und im Gemeinderat aktiv, viele Jahre davon als besonnener Fraktionssprecher. In dieser Zeit hat Hans Stephan, dem das Wohl seiner Heimatgemeinde und der Bürgerschaft sehr am Herzen lagen, viel für die Vereine, den Sport, die Schulen und die Infrastruktur Eppelheims bewirkt und auf den Weg gebracht. Engagement in der evangelischen Kirchengemeinde bewies Stephan durch seine langjährige Tätigkeit als Vorsitzender der Gemeindeversammlung. Nahezu ein Vierteljahrhundert war der von Jugend an begeisterte Sportler Vorsitzender des Turnvereins Eppelheim. Er war auch ein leidenschaftlicher Sänger und daher viele Jahre aktives Mitglied beim Männerchor des Sängerbundes Germania. Sein großes Interesse galt der Eppelheimer Geschichte. Sein Wissen um die Historie der Gemeinde und Geschichten aus dem örtlichen Leben veröffentlichte Hans Stephan in mehreren Heimatbüchern. Sehr gefragt waren seine „Historischen Stadtführungen“, die er für die interessierte Bevölkerung anbot. Ehrungen und Würdigungen blieben bei einem solch engagierten Leben, wie es Hans Stephan führte, nicht aus. 1988 erhielt er als höchste Auszeichnung der Bundesrepublik das Bundesverdienstkreuz am Bande. Rund zehn Jahre später wurde ihm die Ehrenbürgerwürde seiner Heimatgemeinde zuteil.

Stadtverwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft trauern zusammen mit seiner Frau Ingrid und seinen beiden Söhnen Frank und Joachim um Hans Stephan.


(Text: Sabine Geschwill)