„Der Bioreaktor für zukunftsweisende Innovation“ – Vortrag am DBG über das Thema Pubertät

In einem ebenso informativen wie interessanten Vortrag gab der Diplom-Sozialarbeiter und Pädagoge Peter Traub-Martin auf Einladung des Elternbeirates des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) Einblicke in den komplexen Ablauf der Pubertät. Die zahlreich erschienen Zuhörer aus Eppelheim und den Umlandgemeinden bis hin nach Hockenheim erfuhren, welch große Umwandlungsprozesse sich in den Pubertierenden vollziehen und wie sich diese Phase auf die Kinder, Eltern und Familie auswirkt.

Pressefoto_DBG-Vortrag Pubertät_2018

Das Gehirn werde zu einer Baustelle, auf der vieles im Hinblick auf Sozial-, Bindungs- und Moralverhalten neu überdacht werde, erklärte Traub-Martin. Das Kind erlebe sich anders in der Familie, unter Freunden und in der Gesellschaft. Oft werde bisher Erlerntes in Frage gestellt und neu erfunden. Der Erziehungsprozess sei mit Eintritt in die Pubertät quasi abgeschlossen – Zeit für die Eltern, die Bilanz ihrer Erziehungsleistung zu ziehen. Traub-Martin konstatierte, dass nun die Loslösung vom Elternhaus einsetze. Um die Kinder durch die Pubertät zu begleiten, sei es wichtig, sie als einzigartige Person anzusehen und ihnen immer eine emotional offene Tür anzubieten. Probleme in dieser Phase könnten nur mit individuellen Lösungsansätzen überwunden werden. Ergänzend zum Thema empfahl Traub-Martin Literatur von Jesper Juul, Remo Largo, Mathias Voelchert und Herbert Renz-Polster.

Welches Potenzial in den Pubertierenden stecken kann, verdeutlichte der Erziehungswissenschaftler, selbst Familienvater, an den Beispielen von Friedrich Schiller, Bill Gates und Mark Zuckerberg. Bereits in ihrer Jugend beeinflussten sie die Welt mit außergewöhnlichen Talenten und Ideen. „Pubertät ist der Bioreaktor für zukunftsweisende Innovation“, betonte Traub-Martin.

Text:  Martina Lucas

Foto: Lennart Krohn

(Der Artikel wurde am 17.04.2018 aktualisiert.)