Der Politikkurs bei der Urteilsverkündung des Bundesverfassungsgerichts

Ist es mit dem Grundgesetz vereinbar, dass nur Schüler mit Einserabitur in Deutschland Arzt werden können? Dieser Frage ging das Bundesverfassungsgericht in den letzten Monaten nach. Kurz vor Weihnachten fiel das Urteil über die Zulassungsregeln für Mediziner, und der Politikkurs der Kursstufe 1 von Frau Dr. Elena Stepanova durfte bei der Verkündung dabei sein.

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Es ein besonderes Erlebnis, die Verfassungsrichter, die man sonst aus den Nachrichten kennt, in ihren roten Roben „live“ zu erleben. Auch der Presseandrang war beeindruckend. Einige von uns wurden sogar für eine Sendung des Deutschlandfunks interviewt! Überraschender-weise fand sich die ehemalige Schülersprecherin des DBG, Hannah Lutz, im Gerichtssaal – mittlerweile als Vertreterin der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland.

Es war sehr beeindruckend, die Urteilsverkündung „live“ mitzuerleben, trotz der anstrengenden Juristensprache. Die Richter unterstrichen zwar die die Bedeutung des Abiturs: „Die Abiturnote belegt als Ergebnis einer mehrjährigen Bewertung durch mehrere Personen in der Schule die Qualifikation eines Bewerbers zum Studium.“ Was für eine Genugtuung für alle Gymnasiallehrkräfte, die sich Jahr für Jahr mit dem komplizierten Prüfungsverfahren abmühen!

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Aber einen guten Arzt macht eben nicht nur ein Einserabitur aus. Deshalb müsste der Gesetzgeber noch weitere Auswahlkriterien zur Verfügung stellen, so die Verfassungsrichter. Nun wird es nicht nur das Zeugnis sein, das über die künftige Medizinkarriere unserer Abiturienten entscheidet, sondern auch die soziale Kompetenz.

Text und Bilder: Dr. Elena Stepanova