Fragen an die deutsche Geschichte – Klasse 9c besucht Nürnberger Justizpalast

Wie wurde die NS-Gewaltherrschaft möglich? Warum waren so viele Deutsche bereit, die NS-Diktatur zu unterstützen? Warum folgten so viele junge Menschen Adolf Hitler? Warum wurden nur so wenige „Täter“ nach Kriegsende bestraft? Diese Fragen an die Geschichte des „Dritten Reiches“ stellen junge Menschen immer wieder im Geschichtsunterricht. Die Klasse 9c hatte die Chance, über diese Fragen auf dem Reichsparteitagsgelände und im berühmten Saal 600 des Nürnberger Justizpalastes nachzudenken.

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Zusammen mit der Geschichtslehrerin Frau Dr. Elena Stepanova und in Begleitung des Mathe- und Biolehrers Michael Herrmann besuchten die NeuntklässlerInnen Anfang Februar die geschichtsträchtige fränkische Stadt. „Die deutscheste aller Städte“ nannte sie Adolf Hitler und wählte Nürnberg zum Austragungsort der Reichsparteitage der NSDAP. Sie waren gewaltige Massenveranstaltungen der NS-Propaganda zur Inszenierung der „Volksgemeinschaft“. Noch heute zeugen im Süden Nürnbergs gigantische Baureste vom Größenwahn des nationalsozialistischen Regimes. Faszination über die Dimensionen und Entsetzen über die Bedeutung der Bauten –  diese Gefühle dominierten bei dem Besuch des Geländes.

 

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Im Nürnberger Justizpalast durften die SchülerInnen in die Rollen der Ankläger, Verteidiger und Richter im Prozess gegen den Chefarchitekten des NS-Regimes und späteren Rüstungsminister Albert Speer schlüpfen. Schnell wurde klar, mit welchen Problemen die Justiz nach dem Ende der NS-Diktatur konfrontiert war.

 

Es war eine ganz andere Sicht auf die NS-Zeit, als es bei einem Besuch in einer KZ-Gedenkstätte gewesen wäre. Wir haben uns nach der Perspektive der „Mehrheitsbevölkerung“, der „Täter“, aber auch der „gewöhnlichen Deutschen“ gefragt. Und am Ende waren ganz viele neue Fragen entstanden – jedenfalls genug, um die nächsten paar Monate Geschichtsunterricht zu füllen!

 

Text und Fotos: Elena Stepanova