„Verliere nicht den Mut, denn du bist nicht allein“ – DBG-Sechstklässler schrieben Briefe wegen Menschenrechtsverletzungen

„Ich fühle mit dir“, „Du sollst wissen, dass Menschen auf der ganzen Welt an dich denken“, „Wir hoffen, du kannst in deinem Leben ein bisschen Sonnenschein finden“, „Gib die Hoffnung nie auf!“ – mit diesen Sätzen trösteten die Sechstklässler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) Eppelheim im Rahmen des Briefmarathons von Amnesty International Menschen, denen Unrecht zugefügt wird.Pressefoto_DBG-BriefmarathonAmnesty

DBG-Ethiklehrerin Lotte Emslander hatte im Zusammenhang mit der Unterrichtseinheit „Recht und Gerechtigkeit“ die Teilnahme am Briefmarathon initiiert und mit ihren Schülern vorbereitet.

So stellten die Ethik-Schüler den katholischen und evangelischen Klassenkameraden den Briefmarathon vor und präsentierten ihnen vier Personen, die unter Menschenrechtsverletzungen leiden: eine Jamaikanerin, deren Bruder zu Unrecht erschossen wurde, einen Menschenrechtsaktivisten aus dem afrikanischen Land Tschad sowie einen Menschenrechtler aus der Türkei, die beide inhaftiert sind, weil sie jeweils friedlich für Menschenrechte eingetreten sind, und einen Studenten aus Finnland, der für die Rechte transgeschlechtlicher Menschen in seinem Land kämpft.
Alle Sechstklässler zeigten großes Einfühlungsvermögen und viele von ihnen dachten sich auf Englisch tröstende und aufmunternde Briefe an die Betroffenen aus. Wer keinen Ermutigungsbrief verfasste, schrieb einen von Amnesty International vorformulierten Appellbrief ab, in dem die jeweilige Regierung aufgefordert wird, die zu Unrecht Inhaftierten freizulassen und Menschenrechtsverletzungen zu unterlassen. Im Rahmen des Briefmarathons, der alljährlich von Amnesty International veranstaltet wird, haben sich weltweit Millionen von Menschen für leidenden Personen eingesetzt und Briefe geschrieben. Nicht selten hat diese solidarische Aktion in der Vergangenheit dazu geführt, dass den Betroffenen von den Regierungen schließlich doch Recht gegeben wurde. Ethiklehrerin Lotte Emslander hat einen ganzen Stapel von Briefen zur Post gebracht – und jetzt warten die Sechstklässler darauf, ob ihre Briefe den Betroffenen Hilfe gebracht haben.

Text: Uta Fink

Foto: Dirk Schüssler