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Schweizer Orangenapfelträgt die ersten Früchte

Foto Stadt Eppelheim

Der hingebungsvollen Pflege der Klasse 4c an der Theodor-Heuss- Schule ist es zu verdanken, dass sich der Schweizer Orangenapfel im Durchgang zwischen dem Schulhof und der Rudolf-Wild-Halle ganz prächtig entwickelt. Mittlerweile trägt er sogar die ersten kleinen Früchte: Sechs Äpfel leuchten derzeit an dem Bäumchen. Daran konnte auch der unsinnige Vandalismus von Unbekannten nichts ändern, der wenige Tage nach der Pflanzung im Herbst des vergangenen Jahres dem Vorgänger-Exemplar großen Schaden zufügte (wir berichteten). Doch beim zweiten Versuch ging alles gut.

„Wir haben jeden Tag einen Gießdienst“, erklärt Imke Abbott, die gemeinsam mit Dorothee Reithmann als Klassenlehrerin die 4c betreut. In der Pause kümmern sich immer zwei Kinder um das Stück Natur. „Sie fühlen sich verantwortlich für den Baum. Auch
in ihrer Freizeit sammeln sie den Müll auf“, berichtete die Pädagogin stolz. Bürgermeisterin Patricia Rebmann lobte die 4c: „Ihr seid ein echtes Vorbild. Das ist eine tolle Sache. Vielen Dank für euren Einsatz. An eurem Engagement können sich viele Menschen ein Vorbild nehmen.“ Jedoch ärgert sie sich über die Respektlosigkeit einiger Mitmenschen. „Es gibt in Eppelheim keinen Grund, etwas einfach auf den Boden zu werfen. Wir haben genügend Mülleimer überall im Stadtgebiet aufgestellt. Im vergangenen Jahr haben wir noch einmal zusätzliche Behälter angeschafft und dabei die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt.“ Zu dem rund zehn Quadratmeter großen Bereich innerhalb einer kleinen Umzäunung, den die Viertklässler betreuen, gehört auch eine kleine Wiese mit Wildblumen, die den meisten Schülerinnen und Schülern Freude bereitet: „Das ist ein Paradies für Bienen, weil Bienen ein Teil unseres Ökosystems sind“, erläutert ein Junge sachverständig. Doch die Meinung ist geteilt: Während die einen die Wiese als „unordentlich“ bezeichnen, finden die anderen die bunte Blumenmischung „richtig schön“.

Bürgermeisterin Patricia Rebmann erklärte: „Auch die Erwachsenen haben unterschiedliche Auffassungen. Aber in einer Gesellschaft müssen sich alle wieder finden. So haben wir einerseits zum Beispiel im Stadtpark eine Wiese angelegt, die regelmäßig
gemäht wird. Dort können sich die Menschen gerne zum Picknick treffen. Auf der anderen Seite lassen wir an der Grenzhöfer Spitze einer Blühwiese ihren freien Lauf. Dort tummeln sich viele Insekten und fühlen sich wohl.“ Man müsse, so die Bürgermeisterin, ein Gleichgewicht finden. „Das klappt ganz gut in Eppelheim.“ Im kommenden Schuljahr, kündigte Imke Abbott an, werden sich wohl die nächsten Viertklässler um das Wohlergehen des Schweizer Orangenapfels kümmern. Aber er sei den Kindern, die ihn jetzt ein Jahr lang gepflegt haben und die nach den Sommerferien weiterführende Schulen besuchen, so sehr ans Herz gewachsen, dass sie sich alle zusammen noch einmal an „ihrem“ Bäumchen treffen wollen.