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Viertklässler haben ein Apfelbäumchen gepflanzt – wenige Tage später wurde es zerstört

An dieser Stelle pflanzten die Kinder das Apfelbäumchen. Jetzt ist dort nur noch ein Loch zu sehen. Bild: Stadt Eppelheim

Erwartungsfroh und aufgeregt schwatzend kam die Klasse 4c der Theodor-Heuss-Schule mit ihren Lehrerinnen Imke Abbott und Dorothee Reithmann über den Schulhof gelaufen. An diesem Tag stand ein besonderes Thema auf dem Unterrichtsplan: Die Kinder würden die Patenschaft über einen Schweizer Orangenapfel übernehmen und sogar dabei helfen, das Bäumchen einzupflanzen.

An der Stelle im Durchgang zur Rudolf-Wild-Halle hatte bis September noch eine Gleditschie gestanden, die allerdings aber aufgrund ihres brüchigen Zustandes gefällt werden musste, um nicht zur Gefahr für die Passantinnen und Passanten zu werden. Umso schöner war es nun, dass sich bereits ein Nachfolger für den Baum gefunden hatte, um das Stadtklima zu verbessern. Gerd Wöhrle gab mit seiner Spende sozusagen den Startschuss für die Spendenaktion „Prima Stadtklima“ (wir berichteten).

Bereits in den Tagen zuvor bereiteten die Mitarbeiter des Bauhofs den Untergrund vor, markierten schon das Loch, in das die Wurzeln des Bäumchens eingebuddelt werden sollten, sodass an diesem Freitagvormittag alles parat war und die Kinder zur Tat schreiten konnten.
Die Elternvertreter Dawn Frieler und Ines Sotiriou hatten schon vor einiger Zeit eine Baumpatenschaft angeregt, die Viertklässlerinnen und Viertklässler sollten sich dann in diesem Schuljahr um den Baum kümmern, ehe die nächste Klassenstufe diese Aufgabe übernimmt. Dass es zunächst einmal anders kommen wird, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand.
Mit Feuereifer grien die Kinder zunächst einmal zu den Schaufeln, nach und nach kamen alle an die Reihe. Die Bauhof-Mitarbeiter Sebastian Steinmann und Harry Burg unterstützen hier und korrigierten dort.

Mit großem Wissensdurst stellten sie sachkundige Fragen, auf die sie von Benedikt Seelbach, dem Natur- und Umweltschutzbeauftragten der Stadt, Antworten bekamen. So beispielsweise, dass Hornmehl als Dünger zum „Anwurzeln“ verwendet wird, sozusagen die Nahrung für den Baum. Und was es mit dem Anstrich des noch dünnen Stammes auf sich hat: Staunend erfuhren sie, dass dies eine Art Sonnencreme für Pflanzen ist, denn auch sie können Sonnenbrand bekommen. Die ersten Äpfel, allerdings höchstens drei bis vier Stück kann man schon nach einem Jahr ernten, sie sind im Oktober pflückreif.
Nach rund zwei Stunden Arbeit und nachdem alle Fragen zur vollsten Zufriedenheit beantwortet worden waren, ging es zurück in die Klasse. Als dann einige Kinder am Sonntagmorgen ihren Eltern voller Stolz zeigen wollten, was sie geschafft und gelernt hatten, gab es eine böse Überraschung: Rücksichtslose Mitmenschen hatten in der Nacht den liebevoll angebrachten Naturzaun einfach niedergetrampelt, das Bäumchen brutal rausgerissen und Teile davon achtlos in die Einfahrt der Tiefgarage geworfen. Nicht nur die Mädchen und Jungen und ihre Eltern fragen sich: Warum?