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Die Bildstocksäule

Familie Wiegand mit Bürgermeisterin Patricia Rebmann und PfarrerWolfgang Buck (rechts neben Bürgermeisterin Patricia Rebmann) Foto: Stadt Eppelheim

Anlässlich der Nachfeier des 100. Geburtstages von Linus Wiegand (senior) versammelten sich am Mittwoch, den 12. Oktober, seine Söhne Gerhard und Linus Wiegand, Bürgermeisterin Patricia Rebmann, Stadträte, Freunde, Verwandte und langjährige
Wegbegleiter an der Bildstocksäule am Dammarie-les-Lys-Platz an der Grenzhöfer Spitze.

Die Bildstocksäule wurde bereits im Sommer dieses Jahrs neu aufgestellt. Ursprünglich war geplant die aufbereitete Bildstocksäule am 30. Dezember 2021, dem 100. Geburtstag von Linus Wiegand (senior) in einer kleinen Feierstunde aufzustellen. Coronabedingt verschob sich die Gedenkveranstaltung für den am 6. Juni 2003 verstorbenen Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Staufer-Medaille. Nun ist es umso schöner, dass die Bildstocksäule jetzt gebührend neu geweiht wurde. Pfarrer Wolfgang Buck, der von 1982 bis 2006 Pfarrer der Gemeinde St. Joseph Eppelheim war, hielt eine bewegende Rede, in der er noch einmal Linus Wiegands außergewöhnlichen Einsatz für die Gemeinde, seine eigene Familie und den Glauben würdigte.
Auch fasste er noch einmal die Historie der Bildstocksäule zusammen:

Ihren Anfang hatte die lange Geschichte der Säule mit der Bauernfamilie Albrecht, deren Sohn als junger Soldat in der Schlacht am 26. November 1812 im napoleonischen Krieg (1803 – 1815) kämpfte. Als er auf dem Rückweg von Belarus nach Eppelheim
war, ertrank er beinahe im Fluss Beresina. Lothringische Soldaten retteten ihm das Leben. Als Dank für die Heimkehr ihres Sohnes errichtete die Familie Albrecht einen Bildstock an ihrem Bauernhaus in der Schwetzinger Straße. Bei der Bildstocksäule, die jetzt die Grenzhöfer Spitze ziert, handelt es sich um eine Replik eben dieser Säule der Familie Albrecht. Bevor das Bauernhaus abgerissen wurde, hatte man diese Säule aufgrund der Initiative von Linus Wiegand (senior) gesichert und beim katholischen Gemeindezentrum St. Franziskus wieder aufgestellt. Vorher goss man noch eine Replik aus Kunststein. Dieses Exemplar stand jahrelang an der Endhaltestelle „Kirchheimer Straße“, bevor sie jetzt ihren neuen Platz fand.

Seine Söhne, die die Säule gerne im Sinne ihres Vaters an die nächsten Generationen weitergeben, bedankten sich im Anschluss noch bei allen Anwesenden, bei der Bürgermeisterin und den Stadträten für die Genehmigung, beim Team um Christoph
Horsch für die Organisation und natürlich bei dem Eppelheimer Bildhauer Günter Braun, der die Säule überarbeitet und neu zusammengesetzt hat.