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Ehrenbecher der Stadt Eppelheim für Hans-Günther Büssecker

Die kleine Feierstunde fand im Dienstzimmer von Bürgermeisterin Rebmann statt

Bürgermeisterin Patricia Rebmann übergab Hans-Günther Büssecker für seine Verdienste den Ehrenbecher der Stadt und eine Urkunde in Anwesenheit von Hauptamtsleiter Michael Seip (hinten) und SPD-Fraktionssprecherin Renate Schmidt (r.). Ehefrau Gerlinde Büssecker freute sich über einen Blumenstrauß. Foto: Stadt Eppelheim

Am Dienstagvormittag (21. Dezember 2021) bekam der scheidende SPD-Gemeinderat Hans-Günther Büssecker für seine Verdienste den Ehrenbecher der Stadt Eppelheim. Das hatten die Kolleginnen und Kollegen des Gremiums beschlossen (wir berichteten). Die Feierstunde im Dienstzimmer von Bürgermeisterin Patricia Rebmann war klein, aber fein – ein Umstand, der der aktuellen Corona-Situation geschuldet war, vor allem aber dem Wunsch des 62-Jährigen entsprach. Mit dabei war seine Frau Gerlinde, die SPD-Fraktionssprecherin Renate Schmidt und Hauptamtsleiter Michael Seip.

„Es ist schwer, dich vom Ratstisch weggehen zu lassen. Aber alles hat seine Zeit“, bedauerte die Bürgermeisterin. Es sei ihr ein wichtiges Anliegen, dass die Würdigung noch in Büsseckers Amtszeit als Gemeinderat stattfindet. Sie überreichte ihm die Auszeichnung sowie einen Gutschein für ein Eppelheimer Restaurant von der Stadt und vom Gemeinderat mit den Worten: „Es war mir eine Ehre, mit dir zu arbeiten. Wir werden dich immer in Ehren halten.“

Er besitze, auch bedingt durch seine langjährige Tätigkeit als Briefträger, eine große Ortskenntnis wie kaum ein Zweiter in dem Gremium. „Dieses Wissen hat für mich viele Einschätzungen und Entscheidungen leichter gemacht. Ich werde die Frechheit besitzen, dich auch weiterhin anzurufen“, drohte Patricia Rebmann augenzwinkernd an.
Das sei kein Problem, entgegnete der Adressat. Auch für ihn sei es eine Ehre gewesen, sich für Eppelheim im Gemeinderat zu engagieren. „Ich habe es genossen und viel gelernt.“ Er werde aber auch in Zukunft immer etwas zu tun haben, macht er sich keine Sorgen. Seine Frau, die er seit 1976 kennt und mit der er seit 1982 verheiratet ist, habe ihn bisher immer versorgt. „Jetzt bin ich mal dran“, freut er sich auf mehr Zeit mit seiner Familie, zu der außerdem zwei erwachsene Töchter und eine Enkeltochter gehören.

Auch Renate Schmidt fällt es nicht leicht, ihren SPD-Fraktionskollegen zu verabschieden. „Aber das Leben ist ein Prozess des Loslassens und der Veränderung.“ Sie lobte Hans-Günther Büssecker als Teamplayer und für seine Beharrlichkeit. „Du hast immer frei weg von der Leber gesprochen und dein Herz auf der Zunge getragen“, schätzt sie diese Charakter-Eigenschaften an ihm. „Du hast deine Meinung vertreten – aber die hatte ja auch immer Hand und Fuß.“ Sie werde die Gespräche nach der Sitzung vermissen. Für sein neues „Amt als Alt-Gemeinderat auf Lebenszeit“ wünschte sie ihm alles Gute.

Für ihn sei es ebenfalls schade zu gehen, obwohl es auf seinen eigenen Wunsch geschehe, gab Büssecker zu. „Aber ich habe immer häufiger bei Diskussionen oder Entscheidungen die Faust in der Tasche geballt. Das entspricht halt meinem Naturell. Ich bewundere manche Kolleginnen und Kollegen für ihre Gelassenheit. Ich habe das nicht geschafft. Ich bin immer emotionaler geworden. Das kriege ich nicht mehr in den Griff“, gab er einen Einblick in seine Gefühlswelt.
Bürgermeisterin Rebmann wertet dieses Geständnis positiv: „Das finde ich wichtig. Man muss das, was man für die Stadt entscheidet, auch spüren. Wenn man es nicht mehr mittragen kann, wird das emotional belastend.“ Deshalb sei Hans-Günther Büsseckers Schritt zwar bedauerlich, aber konsequent. „Das macht dich zum Menschen.“

Über Hans-Günther Büssecker

Nach fast zwölfeinhalb Jahren scheidet der SPD-Gemeinderat Hans-Günther Büssecker zum Jahresende auf eigenen Wunsch aus dem Gremium aus, dem er seit dem 27. Juli 2009 angehört. In der letzten Sitzung des Jahres beschlossen seine Ratskollegen und Ratskolleginnen, dass die die Stadt dem 62-Jährigen für sein Engagement den Ehrenbecher verleihen möge.
„Das Wohl der Bürger und die Zukunft der Stadt fest im Blick“ war stets das Motto des gelernten Metzgers, der sich 1980 jedoch für eine berufliche Zukunft bei der Deutschen Post entschied. In dem Jahr ist er auch nach Eppelheim gezogen. Als Briefträger – von 1998 bis zu seiner Pensionierung zum 1. Januar 2020 stellte er die Post in seinem Wohnort zu – war er „praktisch immer auf dem Laufenden, wenn es darum ging, was in unserer Gemeinde im Argen lag oder verbesserungswürdig war“, erklärt er. „Frei nach dem Motto: ,Geh mol her, isch muss da was vazehlä‘.“

Viele Bürgerinnen und Bürger haben Hans-Günther Büssecker in dieser Zeit angesprochen. „So konnte ich auch gefährliche Schwerpunkte in Eppelheim täglich beobachten und diese dann im Gemeinderat vorbringen“, berichtet er und belegt das mit drei Beispielen: „Zusammen mit meiner Fraktion konnten wir erreichen, dass in der Rudolf-Wild-Straße beim Edeka-Markt ein Fußgängerüberweg und somit eine sichere Querung installiert wurde.“
Außerdem wurde das Geländer in der Scheffelstraße in Höhe der Sozialstation und des katholischen Kindergartens auf sein Drängen hin dort aufgebaut, denn: „Ich musste öfter beobachten, wie dort Autos über den Gehweg gefahren sind und dabei Kinder und Fußgänger gefährdet haben.“
Und schließlich sollte an der Kreuzung Scheffelstraße/Blumenstraße/Rudolf-Wild-Straße ein Kreisverkehr für teures Geld gebaut werden. Sein Vorschlag: Mit vier Einbahnstraßenschildern kann man einen „eckigen Kreisverkehr“ für wenig Geld installieren. Das wurde dann auch so umgesetzt und sparte der Gemeinde viel Geld. „Manche Eppelheimer sprechen hier auch vom ,Büssecker-Kreisel‘“, erzählt der „Namensgeber ehrenhalber“ schmunzelnd.

Stolz ist Hans-Günther Büssecker darauf, dass er sich in den zwölf Jahren und fünf Monaten seiner Gemeinderatstätigkeit bei keiner Abstimmung enthalten hat. „Für mich gab es immer nur ein Ja oder ein Nein. Das war der Auftrag der Eppelheimer Bürger an mich, als sie mich gewählt haben. Mit Enthaltung kann man meiner Meinung nach Eppelheim nicht voranbringen.“
Weniger stolz ist er darauf, „dass ich auch manchmal sehr emotional werden konnte. Ich denke, dass dies dem Widder in mir geschuldet war“, bedauert der scheidende Rat, der am 31. März Geburtstag hat. „Aber alles in allem war meine Zeit im Gemeinderat für mich sehr lehrreich. Dafür bin ich dankbar, dass ich das erleben durfte“, bilanziert Hans-Günther Büssecker zufrieden.

In folgenden Ausschüssen war Hans-Günther Büssecker Mitglied (beziehungsweise Vertreter):

Technischer Ausschuss: seit 2014 Kulturbeirat: seit 2009 Partnerschaftsausschuss: 2013 bis 2019; seither Vertreter Stadtentwicklungsausschuss 2014 bis 2019; seither Vertreter Haushaltsstrukturkommission: Vertreter Verwaltungsausschuss: Vertreter Ausschuss für Jugend, Kultur, Sport, Vereine: Vertreter