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Sieben Eppelheimer, die gerne noch länger gelebt hätten

Stadt gedachte den am Corona-Virus verstorbenen Mitbürgern / Trauerbeflaggung und siebenminütiges Glockenläuten

Bürgermeisterin Patricia Rebmann, Pfarrerin Cristina Blázquez und Pastoralreferentin Judith Schmitt-Helfferich (Foto: Geschwill Presseservice)

Bundesweit sind bereits 80 000 Mitmenschen am Corona- Virus verstorben - und täglich werden es mehr. Um ihnen zu gedenken, richtete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vergangenen Sonntag eine zentrale Gedenkfeier für die Opfer der Corona-Pandemie in Berlin aus. Bundesweit waren Städte und Gemeinden aufgerufen, im Rahmen der jeweiligen Corona- Bestimmungen ihre Anteilnahme und Trauer um die Toten und ihr Mitgefühl mit den Hinterbliebenen zum Ausdruck zu bringen. Aufgrund der momentanen Pandemielage gedachte die Stadt im kleinen Kreis mit Vertretern der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde auf dem Friedhof den Verstorbenen der Corona-Pandemie. Auf dem Vorplatz der Friedhofskapelle war für die Gedenkfeier mit einem in den Farben Gelb und Rot gehaltenen Blumenkranz der Stadt, der die Worte „In stillem Gedenken“ auf der Schleife trug, der Osterkerze und einem Tisch mit sieben Kerzen für die in Eppelheim am Corona-Virus verstorbenen Mitbürger alles würdevoll arrangiert.

Bürgermeisterin Patricia Rebmann, Pfarrerin Cristina Blázquez und Pastoralreferentin Judith Schmitt-Helfferich brachten ihre Trauer und Anteilnahme in Worten und Zeichen zum Ausdruck. „Wir haben an dieses Virus sieben Mitbürger verloren, die gerne noch länger gelebt hätten“, beklagte Patricia Rebmann. „Wir möchten mit unserem heutigen Tun ein Zeichen setzen, den Verstorbenen gedenken und sie nicht vergessen.“ Sie erinnerte auch an Trauer und Leid der Angehörigen, die Vater oder Mutter, Sohn oder Tochter verloren haben. „Für sie war der Tod eines lieben Angehörigen ein furchtbarer Verlust“, wusste Rebmann. In Baden-Württemberg seien   mittlerweile   9000   Mitbürger am Corona-Virus verstorben, bedauerte sie. Leider sei es, wie die Querdenker-Demonstrationen im Land zeigen, einigen Menschen in der Gesellschaft immer noch nicht bewusst, dass es bei den täglich in den Nachrichten genannten Fallzahlen um Menschen handle, die ihr Leben an das Virus verloren haben, meinte Rebmann und wünschte sich allgemein mehr Solidarität und Mitgefühl in der Gesellschaft.
 
„Wir stehen hier neben der brennenden Osterkerze, dem Licht des Lebens, das uns daran erinnert, dass kein Tod das letzte Wort hat“, betonten Pfarrerin Blázquez und Pastoralreferentin Schmitt- Helfferich in ihren Ansprachen und baten Gott um Beistand in einer Zeit, die für alle zu einer großen Belastung geworden sei. „Stärke den Lebensmut der Verzagten, die Geduld der Zermürbten und die Hoffnung der Verzweifelten. Hilf uns immer wieder neu, Wege zu finden, miteinander in Kontakt zu bleiben und füreinander da zu sein. Hilf uns zu klaren Gedanken, fairem und rücksichtsvollem Miteinander in unserer Stadt, in unserem Land und über alle Grenzen hinaus.“

Um ein sichtbares Zeichen des Trauerns und Gedenkens zu setzen, wurden von Bürgermeisterin, Pfarrerin und Pastoralreferentin an der Osterkerze sieben Kerzen für die sieben Eppelheimer Corona- Opfer entzündet. Darüber hinaus gab es am Sonntagabend in Eppelheim ein ökumenisches Glockengeläut. Für sieben Minuten läuteten die Totenglocken der Paulus- und Christkönigskirche. Die Bevölkerung konnte in diesen Minuten innehalten und im Stillen zu Hause allen Corona-Pandemie-Opfern gedenken. Im Wasserturm waren als weithin sichtbares Zeichen des Gedenkens an die verstorbenen Eppelheimer in der Nacht von Sonntag auf Montag von innen sieben der zwölf Fenster weiß beleuchtet. Am Rathaus gab es eine Trauerbeflaggung.

(Text: Geschwill Presseservice)