Übergang Grundschule-Gymnasium

Den Lehrern des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums ist es wichtig, den Übergang der Kinder von der Grundschule ins Gymnasium zu erleichtern, sie sowohl bei ihren positiven Erlebnissen als auch bei ihren Ängsten zu begleiten und zu unterstützen.
So werden z. B. seit dem Schuljahr 2015/16 alle 5. Klassen jeweils von zwei Kollegen als Klassenlehrerteam betreut. Ideengrundlage dafür ist das sogenannte „Rastatter Modell“, ein Konzept zur Begleitung der Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I, das dem Kollegium des DBG im Sommer 2015 im Rahmen eines Pädagogischen Tages vorgestellt wurde. Entwickelt wurde dieses Konzept am Ludwig-Wilhelm-Gymnasium in Rastatt von Birgit Bäuerle und Martin Kimmig.
Die Klassenlehrerteams der 5. Klassen entwerfen seitdem vor Beginn des Schuljahres ein pädagogisches Programm für die gemeinsame Arbeit mit ihrer jeweiligen Klasse. Immer wieder fanden und finden Treffen der beiden Teamkollegen  statt, aber auch Treffen der Klassenlehrerteams aller drei 5. Klassen. Darüberhinaus tauschen sich regelmäßig alle in der Klasse unterrichtenden Lehrer untereinander aus. Durch das Auftreten und Arbeiten als Team leben die Lehrer ihren Schülern, deren Eltern und dem Kollegium vor, wie Teamarbeit gelingen, das eigene Arbeiten erleichtern und zum Wohle aller Beteiligten bereichern kann.
Ebenfalls neu gestaltet wurden  die Anfangstage:
Am Einschulungstag des ersten Probejahres durfte ein Elternteil sein Kind für eine Weile mit in dessen neue Klasse begleiten. Im Stuhlkreis, den viele Kinder bereits aus der Grundschule kennen, erfuhren die Kinder etwas über ihr Klassenlehrerteam und ihr Klassenmotto (5a: „Wir machen uns auf den Weg“, 5b: „Wir sitzen alle in einem Boot“, 5c: “Auf eigenen Füßen stehen, auf dem Weg sein, Spuren hinterlassen“). Das jeweilige Klassenmotto wurde den Schülern durch Bildsymbole nähergebracht.
Im Schuljahr 2016/17 durften sogar alle Angehörigen die neuen Fünftklässler in deren neue Klassen begleiten. Neue 5. Klassen hieß auch ein jeweiliges neues Klassenmotto: 5a: „Wir ziehen alle an einem Strang“. Symbol: Husky. 5b: „Schatzsuche“. Symbol: Schatztruhe. 5c: „Die Fahrt beginnt“. Symbol: Zug.

Engagierte Schülerpaten aus der Klassenstufe 10 machten mit den Neuankömmlingen eine kleine Schulhausführung. Mit einer Infomappe und einer ersten kleinen Hausaufgabe „bewaffnet“, wurden die Kinder wieder zu ihren Eltern zurückgebracht. Rückmeldungen von Eltern und Schülern ergaben, dass diese Art der begleitenden Einschulung und Öffnung des Klassenzimmers den ersten Schultag für Kinder und Eltern zu einem durchweg positiv empfundenen Erlebnis machten.
Die nächsten beiden Tage standen ganz unter dem Motto „Kennenlernen“:
Die Klassenlehrerteams und unsere Schulsozialarbeiterin hatten zahlreiche Kennenlern-Spiele vorbereitet. Auf Plakaten wurde gesammelt, worauf sich die Kinder freuen und wovor sie noch etwas „Bammel“ haben. Am Ende des Schultages kannten die Klassenlehrer und Schüler schon alle Namen, hatten viele Gemeinsamkeiten festgestellt und keiner wurde mit eventuellen Ängsten alleine gelassen. Auch erste wichtige Regeln für ein gutes Miteinander wurden an diesem Tag bereits besprochen.
In den nächsten Wochen wurde den Neuankömmlingen Zeit zur Eingewöhnung und zum Kennenlernen gegeben. Sie bekamen aber auch von Anfang an Anleitung für ihre neue Rolle als Gymnasiasten.
Seither haben die 5.-Klässler jede Woche eine Klassenlehrerstunde. In dieser Stunde sollen die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten gefördert werden. Die Aufmerksamkeit der Schüler füreinander soll geweckt werden. Schüler sollen mehr und mehr selbständig Lösungen für Konflikte erarbeiten.
Nach dem Motto “Wer sich kennt, kommt besser miteinander aus“ werden verschiedene Angebote gemacht, so z. B. zusammen mit dem Schulsozialarbeiter ein Umgangstraining, welches einen Vormittag lang im Jugendhaus Eppelheim stattfand. Die Zusammensetzung der Gruppen bei Gruppenarbeiten werden ebenso wie die Sitzordnung stets ausgelost – jeder soll mit jedem arbeiten können. Gemeinsame Aktionen und Ausflüge werden zur Förderung der Schulgemeinschaft angeboten. Schüler-Streitschlichter und eine Beratungslehrerin bieten den Schülern weitere Unterstützung an.
Ziel dieser intensiven Arbeit ist es, die von den Schülern erworbenen sozialen Kompetenzen für ein arbeitsintensiveres Unterrichts- und Lernklima zu nutzen.
Von Anfang an soll die Heranführung der Schüler zur Selbständigkeit im Vordergrund stehen. Das Lernen zu lernen, eventuelle Wissenslücken zu schließen, aber auch bei besonderer Begabung sich etwas selbständig zu erarbeiten, was noch nicht Stoff der eigenen Klassenstufe wäre, dazu sollen die zusätzlichen Fördermaterialien in den einzelnen Fächern dienen. Die Lehrer sehen sich als Lernbegleiter, die jedes Kind ganz individuell betreuen, beraten, fördern und fordern.
In unserer Arbeit spielen auch die Eltern eine wichtige Rolle. Wir informieren sie regelmäßig über wichtige Schulangelegenheiten und beziehen sie bei Aktionen mit ein. Die Teamklassenlehrer führen die Elterngespräche meist gemeinsam. In diesen Elterngesprächen werden gemeinsam Konzepte entwickelt, die die Kinder eigenverantwortlicher machen sollen. Frühzeitige Gespräche mit den Eltern sollen dafür sorgen, dass sich aus Problemchen keine Probleme entwickeln.
In Klasse 6 soll durch die Weiterführung des Klassenlehrerteam-Konzeptes, durch weitere pädagogische Aktionen, Freizeiten und ein Landschulheim die Klassengemeinschaft weiter gefestigt werden.
Um den Bedürfnissen unserer jungen Schüler gerecht zu werden, besuchen die Lehrer unserer Schule immer wieder Fortbildungen zu den Themenbereichen Übergang Grundschule – Gymnasium, zum Umgang mit Heterogenität und zu Differenzierungsmöglichkeiten.
Schließlich werden Kontakte zu den umliegenden Grundschulen gepflegt und mit diesen Kooperationsmöglichkeiten erarbeitet, um den Übergang von der Grundschule ins Gymnasium für unsere künftigen 5.-Klässler noch besser gestalten zu können.

 

Text: Melanie Zweig